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Atomkraftwerk Cattenom: Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft in Thionville ermittelt gegen den Betreiber EDF des Atomkraftwerks Cattenom. Angeblich soll dieser technische Defekte vor den Behörden in Frankreich vertuscht haben. Die Strafanzeige wurde durch eine französische Gruppierung gestellt.

Das französische Atomkraftwerk Cattenom taucht seit Jahren immer wieder mit unterschiedlichen Stör- und Zwischenfällen in der Presse auf. Selten funktionieren alle Reaktorblöcke in dem Atomkraftwerk Cattenom einwandfrei. Allzu oft müssen einzelne Reaktoren heruntergefahren und vom Netz genommen werden. In der Großregion, die sich um das Atomkraftwerk Cattenom erstreckt, ist man sich längst sicher, dass von dem Atomriesen eine große Gefahr für die Menschen und die Natur ausgeht. Aus diesem Grund werden gerade nach dem fürchterlichen Ereignis im japanischen Fukushima die Stimmen, die eine Abschaltung Cattenoms fordern, immer lauter. Bis jetzt hat sich die französische Regierung diesen Kritikern widersetzt und sie schlicht und einfach ignoriert. Mittlerweile hat sich sogar ein Rat aus Parlamentariern aus verschiedenen Ländern gebildet, die sich gemeinsam für eine Abschaltung des Atomkraftwerks stark machen.
Nach neuen Medieninformationen soll eine französische Gruppierung Strafanzeige gegen den Betreiber EDF des Atomkraftwerks Cattenom gestellt haben. Nach medialen Informationen wird die Staatsanwaltschaft Thionville gegen den Energieriesen EDF ermitteln. Die Strafanzeige wurde angeblich durch das französische Netzwerk Sortir du Nucléaire (Raus aus der Kernkraft) eingereicht.

 

Der Vorwurf der Vertuschung

Das französische Netzwerk Sortir du Nucléaire wirft dem Betreiber EDF des Atomkraftwerks Cattenom vor, dass er wider besseren Wissens technische Mängel an dem Kernkraftwerk verschwiegen hat. Bei einer Untersuchung im Januar dieses Jahres hatten Experten einen schwerwiegenden Mangel am Atomkraftwerk festgestellt. Jeder Reaktor verfügt über ein Kühlbecken mit Wasser, das dazu genutzt wird, die verbrannten Brennstäbe erst einmal abzukühlen. Diese Wasserbecken werden mittels Abfluss- und Zuflussrohren mit Wasser versorgt. Allerdings müssen diese Rohre über so genannte Druckausgleichsventile verfügen, damit es im Notfall nicht zu einer Explosion kommen kann. Diese Ventile haben aber bei den Rohren in Cattenom gefehlt. Die Experten gehen davon aus, dass dieser technische Defekt bereits seit der Inbetriebnahme vor 21 Jahren besteht. Das französische Netzwerk Sortir du Nucléaire geht allerdings davon aus, dass der Betreiber EDF bereits im Jahr 2011 Kenntnis über diesen Umstand erhalten hat. Nach dem französischen Recht, hätte der Betreiber die zuständigen Behörden informieren müssen. Dies wurde nicht getan. Sollte sich dieser Tatbestand als erwiesen herausstellen, dann hätte EDF in der Tat schwerwiegende Informationen vertuscht. Alles Nähere muss aber die Staatsanwaltschaft in Thionville untersuchen.

 

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