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Im Folgenden soll die umfassende Stadtgeschichte von Luxembourg aufgezeigt werden. Sie werden eine Zeitreise von Antike bis Neuzeit erleben und viele Facetten Luxembourgs kennenlernen.

Die erste Besiedlung wird auf die Kelten zurückgeführt, die bereits im 2. Jahrhundert vor Christus eine kleine Ansiedlung von Häusern auf dem Gebiet des heutigen Luxembourg errichteten. Nach der Eroberung Galliens durch den berühmten römischen Heerführer Caesar, fiel das Gebiet an das römische Reich und wurde zur Provinz erklärt.

983 nach Christus erwarb Graf Sigfried, ein Nachfahre von Karl dem Großen, den sogenannten Bockfelsen. Er hatte mit der St. Maximin Abtei in Trier einen Handel abgeschlossen und ihn gegen eigene Ländereien eingetauscht. Der Bockfelsen ist ein Felsvorsprung, der an den Hängen des Flusses Alzette liegt. Dort kreuzten sich damals zwei wichtige Handelrouten des ehemaligen römischen Imperiums. Deshalb wurde dort früh eine Art Wachturm aufgestellt, um reisenden Händlern wenigstens etwas Schutz vor Wegelagerern zu bieten. Dieses Bauwerk trug den Namen „Lucilinburhuc“ (kleines Kastell). Aus diesem Begriff entwickelte sich der Namen „Lützelburg“, der im Laufe der Geschichte dann zu „Luxembourg“ wurde. Später übernahm man Luxembourg auch für die Stadt, die sich entwickelte und das Land selber. Aber von der Entwicklung des Turmes zur Stadt war es noch ein weiter Weg.

Am Anfang dieser Reise steht die luxembourgische Gründungslegende. Die Nixe Melusina überredete Graf Sigfried aus dem Turm eine Burg zu bauen. Warum ihr das so sehr am Herzen lag, ist bis heute unbekannt. Sicher ist laut Legende nur, dass sie zum Dank den Grafen zum Mann nahm, ihn jedoch einige Zeit später wieder verließ und im Fluß Alzette verschwand.

987 wurde die Erlöserkirche, die auch unter dem Namen Michaelskirche bekannt ist, fertiggestellt. Ein Trierer Bischof weihte das Bauwerk mit den fünf Alltären feierlich ein. Vor der Kirche entstand ein mittelgroßer Markt, wo viele Händler und Bauern ihre Waren anbieten konnten. Dieser Markt wurde auch später zum Mittelpunkt des mittelalterlichen Luxembourgs. Am Ende des 11. Jahrhunderts hatte die Burg einen fest ausgebauten Wohnturm. 1083 wurde das Hauskloster des Grafen gegründet. Zusätzlich öffnete in diesem Jahr die Münsterabtei, die auch eine eigene Schule hatte. Diese Abtei wurde ebenfalls als letzte Ruhestätte der Grafen genutzt. Mit diesen Einrichtungen waren die Ersten Schritte zu einer Stadterweiterung getan.

Als nächstes siedelten sich Handwerker in eigenen Vierteln an dem Fluss Alzette an. Im 14. Jahrhundert wurde im Handwerkerviertel sogar erstmals ein Hospiz gegründet. Die Oberstadt, Wohnort der etwas gehobeneren Leute, wurde seit dem 10. Jahrhundert mit einem Schutzwall befestigt. Im 12. Jahrhundert wurde dann die nächste Kirche im Vorläufer des heutigen Luxembourg eingeweiht. Mit der Nikolauskirche war eine neue Glaubensstätte errichtet worden. Vor ihrem Portal bildete sich das „Novum Forum“. Dieser Markt löste den alten ab und wurde der neue Mittelpunkt des luxembourgischen Lebens. Ebenfalls beschloss man im 12. Jahrhundert eine Ringmauer anzulegen, die das gesamte Stadtgebiet umfassen sollte. So wurde eine Stadtmauer errichtet, die insgesamt fünf Hektar Stadtgebiet einrahmte. Der Markt und die Nikolauskirche wurden fest in diese Ringmauer integriert.

1244 wurden Luxembourg die Freiheitsrechte von der Gräfin Ermesinde verliehen, was gleichbedeutend mit einer Verleihung einer Gründungsurkunde für die Stadt war. 1340 wurde der Bau der Ringmauer abgeschlossen. Im Jahre 1354 wurde Luxembourg zum Herzogtum. Nach diesen Jahren des Aufstiegs, folgte eine Zeit der Unterdrückung. 1443 überrannten burgudische Truppen das Herzogtum und Luxembourg wurde Teil der burgudischen Niederlande, die später spanische bzw. österreichische Niederlande genannt wurde. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Festung ausgebaut und wurde damit zu einer der besten Burgen in ganz Europa. Das einzige, was sich in dieser Zeit in der Burg oft änderte, waren die Besatzungstruppen. Am Anfang wechselten sich Preußen und Frankreich ab. Später kamen die Niederlande, Spanien und die Burgunder dazu. Diese permanenten Wechsel führten wohl dazu, dass sich niemals richtig ein „Wir-Gefühl“ in der Bevölkerung ausbreitete. Luxembourg war ein wenig identitätslos. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung abermals verstärkt, da man Angriffe Frankreichs unter Napoleon befürchtete. Dieser Angriff erfolgte dann auch im Jahre 1795. Nach sieben Monaten Belagerung, musste Luxembourg kapitulieren, weil ihnen die Vorräte ausgingen und die Bevölkerung zermürbt war. Schon im 17. Jahrhundert hatte man mit dem Bau von Minengängen im Fels begonnen. Über die Jahre wurde ein beinahe 23 km langes Tunnelsystem angefertigt, von dem heute noch 16 km erhalten sind, die zum Teil auch besichtigt werden können.

Nach dem Kriegszug von Napoleon, wurde die europäische Welt bekanntlich beim Wiener Kongress neu aufgeteilt. Luxembourg wurde eine Sonderstellung eingeräumt. Man machte es zum Großherzogtum, dass offiziell dem deutschen Bund angehörte. Die Festung in Luxembourg wurde abermals ausgebaut und von den Preußen als Garnison benutzt.

1867 zogen die preußischen Truppen ab und das Großherzogtum nahm eine neutrale Rolle in Europa ein. Luxembourg wurde erst wieder in den beiden Weltkriegen besetzt, als beide Male Deutschland in das Land einfiel und die Bevölkerung unterjochte. Die deutsche Okkupation endete erst 44, als der Krieg im Prinzip verloren war.

Das heutige Luxembourg ist vor allem durch die EU und das Finanzwesen geprägt.  Als Gründungsmitglied der Europäischen Union ist die Stadt Sitz für Institutionen dieser Großorganisation. Im Stadtteil Kirchberg in Luxembourg sitzen wichtige europäische Bestandteile der EU. Sicherlich ist diese enge Verbindung auch ein Grund dafür, dass sich die Stadt zu einer Finanzmetropole entwickelt hat und eines der größten Dienstleister in Europa ist.

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