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Luxemburg: Umstrittene Reform des Schwangerschaftsabbruchs

In dieser Woche soll das Parlament in Luxemburg über die umstrittene Reform des Schwangerschaftsabbruchs abstimmen. Die Abstimmung ist für den kommenden Donnerstag angesetzt worden. Allerdings ist die Reform in Luxemburg heftig umstritten und die Gegner, die sich von vielen Seiten auf das neue Gesetz stürzen, wehren sich noch immer gegen eine Umsetzunge des neuen Gesetzentwurfs.

In Luxemburg stehen die Abgeordneten in dieser Woche im Parlament vor einer schweren Entscheidung: Die Vertreter des Volkes müssen über die Reform des Schwangerschaftsabbruchs diskutieren und entscheiden. Kaum ein anderes Thema schlägt in Luxemburg so hohe Wellen wie dieses. Immer mehr Interessensverbände schalten sich in die Diskussion mit ein und eines ist jetzt schon sicher: Egal wie sich die Abgeordneten in Luxemburg entscheiden werden, sie werden mit ihrer Entscheidung viele Menschen vor den Kopf stoßen. Eigentlich scheint derzeit in Luxemburg niemand mit dem neuen Gesetzesentwurf zufrieden zu sein. Während die Befürworter einer Reform des Schwangerschaftsabbruchs der Meinung sind, dass das neue Gesetz immer noch zu engstirnig sei, halten ihnen die Gegner entgegen, dass die Reform dazu beitrage, dass eine Abtreibung liberalisiert werde. Auf diese Weise entwerte man das allgemeine Recht auf Leben und die Menschenwürde.

Schwangerschaftsabbuch leicht gemacht?

Der Entwurf sieht eine teilweise Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs unter strengen Vorgaben vor, darunter ein zweites obligatorisches Vorgespräch. Bisher können schwangere Frauen in Luxemburg unter strengen Bedingungen bis zur zwölften Woche abtreiben.

Die Frauen vom Frauen-Kollektiv CID-Femmes wollen am Donnerstag vor dem Parlament in Luxemburg eine Inszenierung starten. Sie richten sich vor allem gegen die zweite obligatorische Beratung. In ihren Augen richtet sich diese Reform gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Aus diesem Gründen verkündete das Frauen-Kollektiv CID-Femmes, dass man Proteste vor dem Luxemburger Parlament organisieren werde. Seit nunmehr zwei Jahren fordert der Verband eine Entkriminalisierung der Abtreibung in Luxemburg.

Katholiken sehen das Leben gefährdet

In dieser Woche haben sich auch die Katholiken in Luxemburg einmal mehr zu diesem Thema zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an die Parteien schrieben sie, dass das Leben eines Kindes bereits mit der Zeugung beginnt. Vielmehr als eine Liberalisierung der Abtreibung wünschen sich die Katholiken die Einrichtung von alternativen Lösungen, «sei es um das Kind zu behalten oder zur Adoption freizugeben». Damit bleibt der Diözesanrat den Ansichten treu, die Erzbischof Jean-Claude Hollerich bereits zu Monatsbeginn zum Ausdruck gebracht hatte. Hollerich hatte darin die Liberalisierung der Abtreibung in Luxemburg als «den falschen Weg» bezeichnet.

Die Katholiken in Luxemburg fordern zudem, dass die Rolle des Mannes stärker in den Kontext des Schwangerschaftsabbruchs gerückt werde, denn dieser habe auch ein Anrecht, über das Schicksal seines Kindes zu entscheiden.

Eines ist sicher: Die Abgeordneten im Parlament in Luxemburg werden am Donnerstag unter besonderer Beobachtung stehen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sie mit diesem Druck in der Gesellschaft umgehen werden.

 

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