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Luxemburger Yves Mersch wechselt in die EZB!

Obwohl das Europäische Parlament mit dieser Wahl nicht einverstanden ist, wechselt der Luxemburger Yves Mersch nun endgültig und sicher in die Europäische Zentralbank (EZB). Dies wurde in dieser Woche bekannt gegeben. Der Luxemburger Notenbankchef wird die freie Stelle im Direktorium der EZB besetzen. Das Europäische Parlament in Brüssel hatte eine Frau gefordert.

Yves Mersch, der in den letzten Monaten ein ständiges “Auf und Ab” in Bezug auf seine Nominierung für den freien Posten im Direktorium in der EZB erlebt hat, wird nun endgültig diese Stelle einnehmen. Dies wurde in dieser Woche bekannt gegeben. Damit setzt sich der Luxemburger Notenbankchef in Zusammenarbeit mit den Regierungschefs in Brüssel gegen das Votum des Europäischen Parlaments durch. Dieses hatte zuletzt immer wieder bekräftigt, dass man Yves Mersch für sehr kompetent halte. Allerdings bevorzugen die Abgeordneten in Brüssel die Besetzung des Postens im Direktorium in der EZB durch eine Frau. Daran haben die Parlamentarier bis zum Schluss festgehalten. Sie begründen ihre Haltung mit der Tatsache, dass in keinem Führungsgremium der EZB eine weibliche Führungskraft sitzt. Aus diesem Grund haben sie die offene Stelle im Direktorium als Chance gesehen, dies zu ändern.

Affront gegen das Europäische Parlament

Yves Mersch gehört zu den Geburtshelfern der gemeinsamen Euro-Währung und hat sich nicht zuletzt durch seine Arbeit bei der Luxemburger Notenbank verdient gemacht. Herman von Rompuy, EU-Ratspräsident, gab die neue Personalie am Freitag auf dem EU-Gipfel bekannt. Das Europäische Parlament unterdessen gibt sich verstimmt. Hier wertet man das Nominieren von Yves Mersch als Affront gegen die Abgeordneten. Angesichts des Demokratiedefizits, das der Europäischen Union immer wieder vorgeworfen wird, muss man sich über die Außenwirkung dieser Auseinandersetzung einmal mehr Gedanken machen. Das Europäische Parlament ist das am stärksten legitmierte Organ der Europäischen Union. Kritker werden sich in Bezug auf das Demokratiedefizit bestärkt sehen, denn einmal mehr werden die Vertreter des Volkes durch die Regierungschefs in Brüssel übergangen.

Die Debatte könnte auch noch einen zweiten faden Beigeschmack bekommen. Die Europäische Union bemüht sich derzeit, eine gesetzliche Frauenquote in den Nationalstaaten zu integrieren. Allerdings verliert dieses Vorhaben deutlich an Glaubwürdigkeit, wenn die Staats- und Regierungschefs diese nicht einmal in der EZB umsetzen wollen und die Europäische Zentralbank zu einem Ort, ohne weibliche Instanz ausbauen.

Auch wenn Yves Mersch sicherlich eine sehr kompetente Besetzung für das Direktorium der EZB ist, kann man im Moment berechtigt daran zweifeln, ob die Staats- und Regierungschefs die richtige Wahl getroffen haben. Sollte das Thema nicht möglichst bald wieder aus den Medien verschwinden, könnte der EU ein weiterer Imageschaden innerhalb der europäischen Bevölkerung drohen, auch wenn die EU in dieser Bevölkerungsschicht ohnehin wenig Image besitzt, das es wert wäre, erhalten zu bleiben.

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