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Nachfolger für Jean-Claude Juncker gesucht

Am heutigen Donnerstagabend treffen sich die Finanzminister der Euro-Länder in Luxemburg auf dem Kirchberg, um über die aktuelle Schuldenkrise zu beraten. Neben den Punkten, die auf der Tagesordnung stehen, wird aber vermutlich auch über den Nachfolger von Jean-Claude Juncker als Eurogruppen-Chef diskutiert werden. Der Luxemburger wird in wenigen Tagen in seinem Amt abgelöst werden.

Am heutigen Donnerstagabend treffen sich die Finanzminister der 17 Euro-Staaten in Luxembourg auf dem Kirchberg. Dort werden sie über die immer noch anhaltende Schuldenkrise beraten. Vor allem die Situationen in Spanien und Italien werden erörtert. Trotzdem gibt es auch noch ein anderes Thema, das, obwohl es nicht auf der Tagesordnung zu finden ist, die Medien beherrscht. Die Eurogruppe ist auch der Suche nach einem Nachfolger für Jean-Claude Juncker aus Luxembourg. Dieser ist derzeit noch der Chef der Eurogruppe, soll aber in wenigen Tagen abgelöst werden.
Jean-Claude Juncker, der seine Amtsausführung stets souverän verkauft hat, wird nicht wieder für diesen Posten kandidieren. Der Luxemburger hat bereits mehrfach angekündigt, dass er der Doppelbelastung als Regierungschef von Luxembourg und als Koordinator der Finanzgruppe nicht mehr länger standhalten kann. Aus diesem Grund hat er sich entschlossen sein Amt in der Eurogruppe niederzulegen. Es sind mehrere Nachfolger im Gespräch. Unter anderem hat Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble durchblicken lassen, dass er bereit wäre, dieses Amt auszufüllen. Allerdings regt sich in diesem Fall starker Widerstand aus Frankreich. Eigentlich ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich für die Eurogruppe zu wichtig, als dass man es in Kauf nehmen könnte, sich über diese Personalie zu zerstreiten. Auch um Schäubles Kandidatur zu kontern, hat Paris in den vergangenen Tagen Finanzminister Pierre Moscovici ins Gespräch gebracht. Als möglichen Kompromisskandidaten sieht Berlin offenbar den estnischen Finanzminister Jürgen Ligi. Fraglich ist jedoch, ob der reformerfahrene Balte die Akzeptanz von „Club Med“-Staaten wie Spanien, Griechenland und Italien hätte, die Ligi als verlängerten Arm von Merkel sehen könnten.
Noch ist die Entscheidung über eine Nachfolge von Jean-Claude Juncker völlig offen. Vermutlich wird sich die Suche nach dem neuen Chef der Eurogruppe erst in letzter Minute am Donnerstag oder Freitag auf dem EU-Gipfel lösen können.

Die Finanzminister sind erleichtert

Während die Suche nach einem neuen Chef der Eurogruppe den Beteiligten eher Kopfschmerzen bereiten könnte, haben die Finanzminister auf der anderen Seite allen Grund erleichtert zu sein. Die Wahlen in Griechenland sind alles in allem pro Europa und Euro ausgefallen, Angela Merkel hat in den letzten Tagen mehr Kompromissbereitschaft signalisiert und Spanien und Italien scheinen erst einmal abgesichert zu sein.

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