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Dexia BIL an Katar verkauft

Der Verkauf der Dexia BIL soll schon seit einiger Zeit über die Bühne gebracht werden. An diesem Dienstagmorgen wurde bekannt gegeben, dass die Dexia BIL Filiale zu 90 Prozent an Precision Capital, eine Investitionsgruppe aus dem Golfstaat Katar, verkauft wird. Die restlichen zehn Prozent wird der Staat Luxembourg an der Bank halten. Der Verkauf der Dexia BIL war in den vergangenen Tagen immer dringender geworden, nachdem die Ratingagentur Moody´s die Bonität der Bank herabgestuft hatte. Moody´s hatte als Begründung angeführt, dass die Unsicherheiten beim Verkauf der Dexia BIL dazu geführt hätten. Die Herabstufung war somit ein erster Warnschuss für die Beteiligten, sich auf schnellstem Wege um den geplanten Verkauf zu kümmern. Precision Capital ist eine Beteiligungsgesellschaft hinter der die königliche Familie aus Katar steht. Unter anderem ist der katarische Premierminister Scheich Hamad ben Jassim ben Jaber al Thani Mitglied des Verwaltungsrates. Precision Capital wird 730 Millionen Euro für die Dexia BIL bezahlen. Vor ein paar Wochen war man noch von einem Wert von knapp 900 Euro ausgegangen.

Von der Übernahme der Bank sind aber nicht alle Teile betroffen. So sind die Beteiligungen des Luxemburger Bankunternehmens bei RBC Dexia Investor Services Limited, eine Joint Venture mit der Royal Bank of Canada (RBC), nicht betroffen, denn diese wird die Beteiligungen wieder zu 100 Prozent übernehmen. Zurzeit hält die Dexia BIL 50 Prozent, die damit zum Verkauf bereit stehen. Der Erlös aus diesen Verkäufen wird dazu führen, dass der Übernahmepreis für die königliche Familie aus Katar noch einmal etwas geringer ausfallen wird. Auf 51 Prozent beläuft sich der Anteil der Dexia BIL an Dexia Asset Management Luxembourg. Auch diese sollen aller Voraussicht nach verkauft werden. Wenn dies gelingt, werden die Kosten, die für die katarischen Investoren und den Staat Luxembourg entstehen noch einmal gesenkt werden können.
Die Verkaufssumme von 730 Millionen Euro sollen übrigens an die Dexia SA in Brüssel fließen. Diese steckt tief in der Krise. Bereits vor einigen Monaten war die Dexia SA als erste Bank Opfer von Finanz- und Schuldenkrise geworden. Belgien, Frankreich und Luxembourg hatten eine Teilverstaatlichung und eine Zerschlagung der großen Dexia Banken-Gruppen angekündet. Angeblich war der Handel mit griechischen Staatsanleihen und weiteren Papieren, die im Laufe der Griechenlandkrise wertlos geworden waren, der Grund für den Niedergang der Dexia-Banken.

In Luxembourg ist man optimistisch, dass die knapp 3700 Arbeitsplätze, die im Moment bei der Dexia BIL vergeben sind, allesamt gerettet werden können. Vermutlich ist auch dies einer der Gründe, warum der Staat Luxembourg großes Interesse an einer Teilverstaatlichung hatte.

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