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Carsharing in Luxembourg
Ulm und Luzern sind Vorbilder
Die Idee des Carsharings ist nicht neu, sondern wird seit einiger Zeit in Belgien, Deutschland und der Schweiz umgesetzt. In Deutschland hat Ulm die Vorreiterrolle übernommen und in der Schweiz ist vor allem Luzern für seine Carsharing Umsetzung bekannt. Nun möchte auch Luxembourg ein solches Projekt starten, damit die Verkehrslage und die Parkplatzsituation in der Hauptstadt des Großherzogtums endlich wieder besser wird. Die Grundidee von Carsharing ist einfach. Die Stadt oder ein privater Betreiber stellt zu jeder Tageszeit Autos in verschiedenen Größen zur Verfügung, die von den Menschen gemietet werden können. Unterhalt, Benzin und andere Kosten trägt der Betreiber. Der Kunde kann das Auto über das Telefon oder Internet reservieren und es an einer der dafür vorgesehenen Stationen abholen. Später, wenn er seine Erledigungen gemacht hat, kann er das Auto wieder an dieser Station abgeben. Carsharing würde auf diese Weise den Menschen besonders entgegenkommen, die das Auto nur selten im Monat brauchen. Allerdings würden auch diejenigen Autofahrer profitieren, die nicht am Carsharing beteiligt sind, denn sie könnten in Zukunft mit weniger Verkehr und mehr Parkmöglichkeiten rechnen.
Die Bürger sind interessiert
In den Monaten April und Mai gab es eine Internetstudie, die ermitteln sollte, in welchem Maße die Bürger in Luxembourg an dem Carsharing interessiert sind. 670 Haushalte haben sich an dieser Studie beteiligt und 72 Prozent der Menschen haben angegeben, Carsharing in Anspruch zu nehmen. 48 Prozent könnten sich sogar vorstellen, sich kein eigenes Auto mehr zu kaufen. 45 Prozent würden ihre Autos verkaufen, wenn das Carsharing gut funktionieren würde. Alles in allem scheinen diese Zahlen zu zeigen, dass die Bevölkerung in Luxembourg bereit für das Carsharing ist.
Der Bürgermeister betonte, dass das Projekt auch einen psychologischen Effekt mit sich bringt. Wenn die Menschen ein Auto vor dem Haus stehen hätten, würden sie dieses aus Bequemlichkeit benutzen, egal ob man den Weg auch auf andere Art und Weise zurücklegen könnte. Beim Carsharing hingegen würden die Menschen gedrängt, sich zweimal zu überlegen, ob sie sich jetzt wirklich ein Auto ausleihen müssen oder ob der Weg nicht vielleicht doch mit Fahrrad oder Bus zu bewerkstelligen ist.
Die konkrete Umsetzung
Selbstverständlich hört sich das Carsharing in der Theorie sehr vernünftig an. Dennoch muss genausten überlegt werden, auf welche Art und Weise man dieses Projekt umsetzen kann. Wie viele Autos werden benötigt, damit jeder zu jeder Zeit ein Fahrzeug zur Verfügung hat? Wie werden die Kosten berechnet? Wie teuer kommt es den Einzelnen zu stehen?
Dies sind alles Fragen, die man vorab klären muss, damit das Konzept von Erfolg gekrönt sein kann. Wenn die Preisvorstellung in Richtung der überteuerten Bus- und Taxipreise geht, dann sollte vielleicht frühzeitig über ein anderes Projekt als das Carsharing nachgedacht werden.

